Die alte Schule

Vor 1909 lernten alle acht Jahrgänge, zeitweise über 100 Schüler, zusammen in einem Raum, der nicht größer war als ein Klassenraum in einer heutigen Schule. Da konnte der Lehrer nicht auf jeden einzelnen Schüler eingehen. In der Klasse herrschte eiserne Disziplin, die der Lehrer auch mit dem Rohrstock durchsetzte.

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Auf diesem Foto aus den 1950er Jahren hat der Fotograf Erich Hößler die gesamte Dorfmitte abgebildet: Vorn verläuft quer der Tutweg; rechts führt ein Fußweg durch die Küstereiweide zur Schule (und geradeaus weiter zur Kirche). Dieser Weg ist heute ganz zugebaut mit dem Saal der „Alten Schule“ und drei Wohnhäusern. Im Bild ist die Sicht noch frei auf die Unterklasse mit der Wohnung für die Lehrerin; das kleine Häuschen davor ist das Toilettenhäuschen. Unter dem niedrigen Giebel ist der Raum der Oberklasse, unter dem höheren Giebel die Lehrerwohnung.

Die alte Schule wurde 1965 abgerissen, nachdem 4 Jahre vorher ein neuer Klassenraum mit Gruppenraum und sanitären Einrichtungen (heute Pfarrheim) gebaut waren. Dazu gehörte auch eine neue Lehrerwohnung am Tutweg (heute Frank Derieth). Schon 1968 wurde im Rahmen der Schulreform die zweiklassige Katholische Volksschule Mehr geschlossen. Dann standen die Gebäude zunächst leer.

1991 eröffnete die GbR, die sich aus den Vorständen von Schützenverein, Sportverein und Theaterverein gebildet hatte, im Schulbau von 1909 eine Kneipe. Für größere Veranstaltungen wie Theateraufführungen, Versammlungen und private Feiern bauten die Vereine 1994 einen Saal an, der 2008 noch einmal erweitert wurde durch eine fest installierte Bühne für die Bühnenfreunde und einen Schießstand im Keller für den Schützenverein.

Der Schulneubau von 1961 wird bis heute als Pfarrheim genutzt. Hier probt der Kirchenchor, und hier treffen sich die Senioren und andere kirchliche Gruppen. Auch die Pfarrbücherei ist hier untergebracht.

So tragen beide Schulgebäude, das heutige Pfarrheim und das Vereinshaus Alte Schule, weiterhin das dörfliche Leben in Mehr mit.

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